Finis omnium [Das Ende von allem]in Lyrik
«2/26» Lyrik
Mein allerzweites Werk. Mein erstes gefiel mir zwar besser, das Publikum aber bevorzugte dieses.
Amentia bellorum
Die Sinnlosigkeit des Krieges
Düster war’s am Tageshimmel alle Luft war dick und grau. Jederorts war’s Land verhangen von des Kampfes schwerem Staub.
Kein Licht vermocht hindurchzubrechen, kein Strahl kam mehr zu Angesicht, nur die Dämm’rung war geblieben unter all dem Nebel dicht.
Doch wo das Auge nicht konnt’ blicken, wo nur war ein Schattenspiel, da ward das Ohr umso erfüllter vom argen Lärm der Schlachten viel.
So war ein dröhnendes Orchester, doch eine grausige Musik, nur von Schüssen, Stampfen, Jammer, und im ganzen Land ward Krieg.
Ausgebrannt war bald die Erde, nur noch brauner Schlamm und Sand, als durch Sünde angezogen, langsam sank des Todes Hand.
Begriffen nach dem Land zu greifen, zu richten all das Böse dort, holte er sich aus dem Diesseits einen nach dem and’ren fort.
Aber der Mensch, er wollt’ nicht lernen, war das Exempel noch so schwer, und hob, bis der Tod auch ihn erreichte, immer wieder sein Gewehr.
An Seiner Seite fallen Freunde gurgelnd in den blut’gen Dreck, doch er mordet weiter Fremde bis auch er in ihm verreckt.
Meint im Kampf mit frommen Kindern, die der Zwang zu Sündern macht, ehrenvoll und gut zu sterben, wenn er noch beim Gemetzel lacht.
Jedoch irrt er und gewaltig, denn Gnade vorm letzten Gericht erntet er auf diese Weise, zweifelsohne sicher nicht.
Doch scheint es ihm gleich zu sein, ob er Vergebung dort erwirbt, er folgt den falschen Führern weiter, auch wenn’s rasch sein Herz verdirbt.
So will er weiter Arme schlachten, hetzt zu seines Grabens End’, lehnt sich nach vorne um zu lauern, bis ihm wer in die Schussbahn rennt.
Jedoch sind’s nicht nur Seinesgleichen, die hier wider Seiner geh’n, bald kommen schwerere Maschinen, unter denen alles muss vergeh’n.
Mit lautem Knall löst sich die Kugel, aus der Maschine schwarzem Lauf, und kommt unter lautem Donnern, in jener seiner Freunde auf.
Selbst die stärkste Eisenplatte muss sich unterm Druck entzwei’n, und als sich das Benzin entzündet, steht das Gefährt in hellem Schein.
Der Panzer ist noch nicht erloschen, der letzte Splitter kommt erst auf, da geht auch schon ein zweites Fahrzeug in Wolken grellen Feuers auf.
Diesmal auf der and’ren Seite, doch wo ist der Unterschied, denn eine große, graue Kugel, ist das letzte, was er sieht.
Leblos sinkt sein Leib zu Boden, das Gewehr noch in der Hand, doch sind die Reste seines Kopfes verteilt an des Grabens Wand.
Wer noch nicht sieht, wohin es führet, all das Schlachten erdenweit, für den zu spät ist jede Hilfe, denn sicher ist: Es bringt nur Leid.
Nam omnia ita finiunt ut ea coeperunt.
Denn alles endet wie es begonnen hat.
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