Bisherin Lyrik

[ n'eksus ]in Prosa

«1/14» Prosa

Entstand auf der „Frei-Schreib-Zeit“ 2002.

Ein Paradies

Fröhlich betrat sie das kleine Geschäft. Es war staubig und heruntergekommen. Die Ernte war schon seit langem schlecht. So waren die ausgelegten, halb verdorrten Früchte von geringer Zahl. Doch sie war entzückt und befand die angebotenen Nahrungsmittel für außergewöhnlich gut, nie hätten sie besser ausgesehen, meinte sie, und auch übel riechen täten sie kaum. Sie füllte ihren kleinen Korb mit einigen unreifen und angefaulten Obststücken und schlenderte vergnügt zum Tisch des Verkäufers. Grummelnd nahm dieser das von ihr mitgebrachte Huhn zum Tausch entgegen. Sie beobachtete ihn noch, wie er das magere Tier in einen kleinen Käfig warf, und bedankte sich anschließend freundlich, bevor sie sich hüpfend aufmachte, den Laden zu verlassen. Geradezu übermütig sprang sie hinaus. Hinaus in die tote Welt. Sie sah sich um.

Sie sah helles braun. Kleine, braune Holz- und Blechhütten, vereinzelt errichtet auf braunem Boden. Braun gekleidete Menschen mit schmutziger Haut, die schlurfend und gebückt durch die braune Einöde zogen. Doch sie sah es anders. Natürlich sah sie all dieses Braun. Sie sah die dunkle Erde, in der selbst so manches Unkraut verging, all das leblose ödland. Aber sie war begeistert. Begeistert, was für ein schöner Tag doch war. Sie genoss die grelle Sonne, die vom gelben Himmel hinabbrannte; sie freute sich, dass die wenigen, senffarbenen Sträucher an diesem Tag viel frischer aussahen und sie sah überglücklich, wie ungewöhnlich heiter die Leute heute waren.

All dies sah sie so. Denn sie kannte nicht die Zeit, bevor der Krieg das Land verschlang. Sie kannte nur das. Es war ihre Heimat, ihr Zuhause, ihre Welt.

Und sie war schön.

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Quelle:Disclaimer von e-recht24.de, Rechtsanwalt Sören Siebert

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