Amentia bellorum [Die Sinnlosigkeit des Krieges]in Lyrik

«1/26» Lyrik

Mit dieser Ballade hat alles begonnen … irgendwie widersprüchlich.

Finis omnium

Das Ende von allem

Nur der Mond bedacht’ das ruhige Wäldchen, welch’s sich um den Grund erschloss, dessen Herren letzte Kerze grad’ im eignen Haus erlosch.

Jenes Häuschen, kaum noch stehend, zerfressen von der Zeiten Zahn, war das Letzte was ihm ließen, welche einst die Seinen war’n.

Nur sein altes Hundetierchen, ebenfalls schon müd’ und schwach, hielt ihm bis zum Tod die Treue, wurd’ es auch schon kaum noch wach.

Doch der Herr in seinem Bette, sein Atem klingt nur leis’ und schwer, meint trotz allem ohne Zweifel, dass seine Zeit noch lang nicht wär’.

Aber nun durch jenes Wäldchen, das des Herren Grund umringt, kam auch schon ein dunkles Wesen, welch’s sicherlich kein Segen bringt.

Nun in gradzu finstrer Stille, die jene Szenerie umstahl, funkelt blass im Schein der Sterne, des bösen Werkzeugs scharfer Stahl.

Lautlos huscht das schwarze Etwas, mit weh’ndem Umhang, schattengleich, über den einst frischen Boden, dem alles Leben nun entweicht.

Es bewegt sich wie im Fluge, hat die Türe bald erreicht und die Dielen halten stille, als es ins Gemäuer schleicht.

Doch halt! Habt Ihr’s auch gesehen, wie es jenes Haus betrat? Irr’ ich oder ist’s geschehen, ohn’ dass das Tor sich öffnen tat?

Ja… So tatsächlich ist’s gewesen, wider jedwedem Verstand, jenes rabenschwarze Wesen glitt ohne Zögern durch die Wand.

Zügig huscht’s um jede Ecke, ohne Eile aber rasch. Doch auch mit Bedacht und Vorsicht, dass es niemands Blick erhasch.

Nichts kann seine Hand berühren, nur sein finsteres Gerät. Ein eis’ger Hauch, ihn stets umgebend, alles ist, was ihn verrät.

Schließlich ist es angekommen, sein jüngstes Ziel ist nun erreicht. Düster steht es vor dem Bette, nein, mehr ist’s dem Schweben gleich.

Unterdes in jenem Zimmer liegt der alte Herr im Schlaf – unbemerkt bleibt noch das Jene, welches niemals Schatten warf.

Eben dieses regt sich endlich, hebt die Klinge hoch empor – dürre Finger schimmern bleich unter schwarzem Stoff hervor.

Ohne jedes rauschend’ Klingen, ohne jeden Windeszug, fährt die Sense plötzlich nieder, auf den ruhigen Herren zu.

Fährt durch Decke, Laken, Rahmen, mitten durch den Körper gar, ohne diese nur zu ritzen, es kommt einem Wunder nah.

Doch es tut wohl seine Wirkung, all’ verfehlt sein Schaffen nicht, denn aus des Herren altem Körper, steigt sein Geist zu Angesicht.

Ohne jede Angst und Scheue, nunmehr ohne jede Not, folgt die Seele dem Erlöser – und der alte Herr ist tot.

Et nunc omnia desinunt.

Und so nimmt alles sein Ende.

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Quelle:Disclaimer von e-recht24.de, Rechtsanwalt Sören Siebert

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