Silentium et ludus venti [Die Stille und das Spiel des Windes]in Lyrik
Orchestra caeli
Himmelsorchester
Zu Beginn ist alles friedlich, doch man merkt, dass etwas fehlt, keine Seele scheint zugegen, die bekannte Ruhe quält. Alles floh, versteckte sich, getrieben von einem Instinkt, einem Zweifel, einer Ahnung, die man selbst noch manchmal kennt.
Sacht beginnt das erste Anspiel, leise Töne werden laut, trübe wird der Horizont, es ist als ob der Morgen graut. Langsam wird das Zischen tiefer, Rauschen bildet sich daraus, dann ein Jaulen, fast ein Dröhnen, zehrt und zieht am alten Haus.
Noch braucht man sich nicht zu sorgen, noch vermag die Wand zu stehen, noch ist’s drinnen ruhig, doch draußen … kann man erste Folgen sehen. Erst verein’ sich Sand und Asche, bilden einen dichten Schwarm, wie die Schrecken oder Krähen, ergreifen sie die Pflanzensam’n.
Doch sie sind kein eig’nes Wesen, eher Spielzeug, Puppen gleich, Marionetten and’rer Mächte, aus einem and’ren, höh’ren Reich. Nun ist das Spiel in vollem Flusse, andere schließen sich ihm an, Bäume tanzen, Blumen wehen, und das Haus fängt auch schon an.
Im Rhythmus schlagen Fensterläden, und im Fluss der Melodie fliegen auch schon erste Schindeln, und lauter wird nun die Musik. Bald hält auch das Dach kaum stille, löst sich ein Süück weit von der Wand, schaukelt, gaukelt, wippt und springt, und fliegt beschwingt hinaus ins Land.
Ruhe herrscht nun, wie ein Wunder kehrt das Leben auch zurück, das Orchester fand sein Ende, und man hatte großes Glück. Das Dach, es war nicht fort gekommen, flog nicht weit, obgleich geschwind, dennoch brach es, konnt’ nicht halten, unterwarf sich ihm … dem Wind.
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